Der dreigeschossige Wiederaufbau der Kindertagesstätte auf dem Gelände der Waldorfschule Frankfurt am Main ersetzt die zuvor durch einen Brand zerstörte Einrichtung. Der kompakte Bau orientiert sich in seiner dreiflügeligen Struktur am ursprünglichen Gebäude und ist vollständig barrierefrei zugänglich. Das Gebäude umfasst Gruppenräume für verschiedene Altersstufen, ergänzt durch einen Bewegungsraum sowie eine Vier-Zimmer-Wohnung im obersten Geschoss.
Konstruktiv basiert das Gebäude auf einer verstärkten Bestandsbodenplatte und einer massiven Stahlbetonstruktur. Die Außenwände sind als Mauerwerk mit mineralischem Putz und teilweise hinterlüfteter Holzverkleidung ausgeführt. Dreifach verglaste Holzfenster sorgen für hohen Wärmeschutz und gute Tageslichtqualität.
Transplan verantwortete die komplette Planung der Heizungs‑, Lüftungs‑ und Sanitärtechnik. Für die Wärmeversorgung kommen außenluftgeführte, intern reversible Split‑Wärmepumpen zum Einsatz. Drei Module versorgen das Gebäude über einen zentralen Technikraum; ein 480‑Liter‑Pufferspeicher stellt effiziente Betriebszeiten sicher und unterstützt im Winter Abtauvorgänge. Die Wärmeabgabe erfolgt ausschließlich über Fußbodenheizungen, die gleichmäßigen Komfort bieten. Das zweirohrige Verteilnetz wurde mit Edelstahlleitungen ausgeführt und durch Schlammabscheider für einen dauerhaft sauberen Anlagenbetrieb ergänzt.
Die Lüftung der Gruppen- und Aufenthaltsräume erfolgt überwiegend natürlich. Querlüftungsmöglichkeiten und automatische Nachtlüftung über gesicherte Öffnungsklappen sorgen für gute Luftqualität und sommerliche Temperierung. Außenluftdurchlässe sichern den Mindestluftwechsel, während kleinere Öffnungen die Winterlüftung unterstützen. Innenliegende Sanitärräume erhalten dezentrale mechanische Abluftgeräte; auch die Wohnung hat eine Abluftanlage mit Nachströmung für einen kontrollierten Feuchteschutz. Alle Abluftsysteme entsprechen den normativen Anforderungen und umfassen schallgedämmte Ventilatorboxen, Wickelfalzrohre, flexible Schalldämpfer sowie brandschutztechnische Abschottungen.
Im Bereich Sanitär nutzt das Gebäude weitgehend bestehende Grundleitungen, die ergänzt und angepasst wurden. Die Trinkwasserinstallation ist mit automatischer Filtertechnik ausgestattet und als durchströmtes System mit Spülstationen ausgeführt, um einen dauerhaft hygienischen Betrieb sicherzustellen – auch bei längeren Nutzungsunterbrechungen. Warmwasser wird dezentral über elektrische Durchlauferhitzer bereitgestellt, wodurch Energieverluste minimiert werden.
Eine Photovoltaikanlage mit 40 kWp auf dem Dach reduziert den Strombezug und unterstützt das nachhaltige Gesamtkonzept.
Durch die präzise Planung und robuste Ausführung der HLS‑Systeme entsteht ein energieeffizientes, wartungsfreundliches und dauerhaft leistungsfähiges Gebäude – eine technische Basis, die den pädagogischen Alltag zuverlässig unterstützt und langfristig Bestand hat.