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Verwaltungsgebäude
Regensburg, Deutschland

Bauherr
gewerblich
Fertigstellung
Projektstop 2025
BGF
19.600 m²
Architektur
asp Architekten
Tragwerk
schlaich bergermann partner
Brandschutz
C&M Brandschutz Ingenieure
Landschaftsarchitektur
Koeber Landschaftsarchitektur
Elektroplanung
Century3
Baugrund
Vees | Partner
Löschanlagenplanung
Lars Rosin
Küchenplanung
Profi-tabel
DGNB Audit
Sustainable Strategies
Renderings
© MOKA Studio (1), asp Architekten (2-5)
Generalplaner Technik
Transplan

Fachplaner:
HKLS
Transplan, LPH 1-7 (Projektstop LPH3)
Bauphysik
Cape
Energiekonzept
Transsolar

Das geplante Bürogebäude soll den Eingang zum TechCampus der Stadt Regensburg bilden. Die große Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden soll durch optimale Arbeitsbedingungen in einer einladenden und anregenden Atmosphäre ausgedrückt werden. Zugleich sind besonders ambitionierte Nachhaltigkeitsziele formuliert. Damit soll das Gebäude in unmittelbarer Nähe der OTH Regensburg eine Vorreiterrolle im Quartier hinsichtlich Nachhaltigkeit, Zirkularität und Architektur einnehmen.

Ein prägender Entwurfsgedanke ist die Anpassung der Gebäudeform an den wertvollen Baumbestand. Die Topografie des Grundstückes wird dabei aufgenommen und ebenfalls in die Architektur integriert. Darüber hinaus wird bewusst auf den Bau einer Tiefgarage verzichtet, um den CO2 Abdruck des Gebäudes zu minimieren. Der dennoch anfallende Aushub soll in einer Stampflehmwand im Auditorium und in Form von Lehmziegeln wiederverwendet werden. Darüber hinaus trägt die konsequente Holzbauweise der Obergeschosse zu einer Reduzierung der Grauen Energie bei. Zudem sollen Innenwände in Teilbereichen aus Strohmaterialien und in anderen Bereichen mit einem zirkulären Holzbausystem errichtet werden.

Die Be- und Entlüftung der Besprechungsbereiche, des Auditoriums, der Kantine sowie der Küche im Erdgeschoss erfolgt mittels zentraler mechanischer Lüftung mit WRG, ebenso wie die im Erdreich liegenden Bereiche des Sockelgeschosses.

Die in vielen repräsentativen Bereichen vorgesehenen Sichtinstallationen erfordern ein hohes Maß an Abstimmung und Planungstiefe.

Unvermeidbar sind die großen Luftmengen der High-End-Küche, welche auf Grund der teils beengten Platzverhältnisse und zahlreicher Schnittstellen ein hohes Maß an Planungskomplexität bedingen.

In den Obergeschossen erfolgt die Be- und Entlüftung hingegen nutzerabhängig primär über die Fenster. Mittels dezentraler Brüstungselemente besteht die Möglichkeit der Vorkonditionierung der Außenluft. Die vorkonditionierte Zuluft kann genutzt werden, um den CO2 Gehalt in den Räumen automatisch zu kontrollieren. Die Abluft strömt mittels Überströmelementen in die Flure und wird zentral abgeführt. Dieses Prinzip reduziert die Leitungsführungen und verhindert Querungen von Lüftungskanälen mit Holzunterzügen, womit die notwendigen Geschosshöhen minimiert werden können.

Sonderbereiche wie das Foyer, das großzügige Atrium zwischen Mittel- und Südflügel sowie die Verbindung zwischen Süd- und Mittelflügel (Wintergarten) werden rein natürlich über Thermik gelüftet.

Für die Temperierung werden verschieden Wärme- und Kälteüberträger je nach Anforderung an die Räume vorgesehen. In den Sonderbereichen mit mechanischer Lüftung, in denen durch Entfeuchtung der Zuluft kein Tauwasserrisiko besteht, sind metallische Heiz- und Kühllamellen vorgesehen. Durch die große Oberfläche der vertikalen Lamellen können thermische, akustische und ästhetische Anforderungen erfüllt werden.

Natürlich belüftete Bereiche erhalten eine feuchteregulierende Heiz- und Kühldecke aus Lehm, um ohne entfeuchtete Zuluft auch unter dem Taupunkt kühlen zu können. In untergeordneten Bereichen werden je nach Komfortanspruch Heizkörper oder Fußbodenheizung eingesetzt. Im Wintergarten, welcher als Verbindungsbereich zwischen außen und innen gesehen wird, wird bewusst auf eine aktive Kühlung verzichtet und der lokale Komfort über Deckenventilatoren gesteigert.

Die Kernidee des innovativen Hydraulikkonzepts ist es, Wärmesenken und Abwärmequellen miteinander zu verbinden, sodass möglichst wenig Energie von außen zu- oder abgeführt werden muss. Herz der Anlage sind zwei Kompressionskälteanlagen, welche sowohl als Wärmepumpe als auch als Kältemaschine arbeiten. Durch den Einsatz von natürlichen Kältemitteln mit niedrigstem GWP wird die Auswirkung auf den Klimawandel reduziert und es werden keine persistenten, schädlichen Chemikalien emittiert. Die Temperaturniveaus des Kälte- sowie des Wärmepuffers werden durch die Maschinen auf einem im Gebäude nutzbaren Niveau gehalten.

Die ganzjährig zu Verfügung stehende Abwärme von Küchenlüftung, Kleinkälteanlage, DV-Kühlung und Raumkälte des innenliegenden Auditoriums und der Besprechungsräume wird im Winter als Wärmequelle für die Raumwärme genutzt. Der Trinkwarmwasserbedarf der Küche ist ganzjährig hoch und wird mittels Hochtemperaturwärmepumpe vollständig durch die Abwärme des Gebäudes gedeckt, sodass keine fossilen Energieträger im Gebäude eingesetzt werden müssen. Über Frischwasserstationen wird die Wärme auf Trinkwasser übertragen, auch die Personalduschen werden so versorgt. Kleinstverbraucher wie Waschtische in den Bürobereichen werden über elektrische Durchlauferhitzer versorgt.

Durch die Abwärmenutzung wird der jährliche Wärmeüberschuss der als primäre Energiequelle genutzten Geothermie (Erdsondenfeld) stark reduziert. Zur Spitzenlastdeckung ist ein Rückkühlwerk als Trockenrückkühler vorgesehen. Der Sprinklertank soll als Energiepuffer eingesetzt werden, sodass Kälteerzeugung- und Kältebedarf zeitlich entkoppelt werden. Der Betrieb des RKW nachts oder bei niedrigeren Außentemperaturen verbessert die Anlageneffizienz. Eine Nahwärmeleitung in das bestehende Nachbargebäude ermöglicht einen Energieverbund. Um die Jahresarbeitszahl der Anlage zu optimieren, wird der Anlagenbetrieb simuliert und wichtige Stellgrößen ermittelt. Um den anfallenden Energiebedarf des Gebäudes bestmöglich kompensieren zu können, wird eine PV-Anlage auf dem Dach und an den Fassaden eingesetzt.

Ein weiteres Nachhaltigkeitsziel ist es, möglichst viel Niederschlagswasser auf dem Grundstück zu halten. Dafür ist ein Retentionsdach ebenso Bestandteil des Konzeptes wie auch eine Zisterne und eine Rigole. Das Retentionsdach trägt zudem positiv zur passiven Konditionierung des Gebäudes bei.

Um eine integrale Planung bestmöglich umzusetzen, wurde vom gesamten Planungsteam BIM als Planungsmethode eingesetzt.

Technische Gebäudeausrüstung

Verbindung von Wärmesenken und Abwärmequellen; sprinklertank als Energiepuffer; zentrale mechanische Lüftung mit WRG; dezentrale Brüstungselemente zur Vorkonditionierung der Außenluft; Taupunktunabhängige Heiz-Kühldecken aus Lehm; metallische Heiz- und Kühllamellen; PV-Anlage

Nachhaltigkeit

Natürliche Kältemittel; keine Fossilen Energieträger; Bereiche mit natürlicher Lüftung; Retentionsdach, Zisterne und Rigole zur Niederschlagswasser Haltung; weiterverwendung des Aushub zur CO2 Abdruck Minimierung

Energie- und Klimakonzeption

Abwärme von Küchenlüftung, Kleinkälteanlage, Serverkühlung und Raumkälte wird als Wärmequelle genutzt; Trinkwarmwasserbedarf mittels Hochtemperaturwärmepumpe; Strahlungssysteme in Kombination mit möglichst hohem natürlichem Lüftungsanteil

Bauphysik

Bauteilkatalog; sommerlicher Wärmeschutz; Bau- und Raumakustik