Das Ende der 1960er Jahre errichtete ehemalige Hauptschulgebäude der Liebenauschule in Neckartailfingen wird im Zuge einer umfassenden Sanierung funktional und technisch neu ausgerichtet. Ziel ist es, den Bestand an die Anforderungen eines zeitgemäßen Grundschulbetriebs anzupassen und gleichzeitig eine robuste, nachhaltige technische Infrastruktur zu schaffen.
Die zweigeschossige bestehende Stahlbetonstruktur bleibt in ihrer Grundordnung erhalten und wird gezielt ertüchtigt. Die spätere Aufstockung wird aufgrund sommerlicher Überhitzung sowie baulicher Schäden zurückgebaut und durch einen Holzbau ersetzt. Zusammen mit einem neuen hölzernen Sanitäranbau mit integriertem Treppenhaus als zweiten Fluchtweg bildet dies die Grundlage für die funktionale Neuorganisation des Gebäudes. Parallel dazu wird die Gebäudehülle mit vorgehängten Fassadenmodulen energetisch verbessert und um einen wirksamen Sonnenschutz ergänzt. Die Planung berücksichtigt dabei ein ausgewogenes Verhältnis von Tageslichtnutzung und sommerlichem Wärmeschutz als wesentliche Randbedingung für den Betrieb.
Das technische Konzept folgt einem bewusst reduzierten Ansatz mit dem Ziel, die Komplexität der Anlagentechnik zu minimieren und gleichzeitig einen verlässlichen Betrieb sicherzustellen. Die Lüftung erfolgt überwiegend natürlich über öffenbare Fenster, unterstützt durch Querlüftung und Schachtwirkung. Ergänzend wird in den Sommermonaten eine gezielte Nachtlüftung vorgesehen, um thermische Lasten zu reduzieren. Mechanische Lüftungsanlagen werden auf innenliegende Bereiche wie Sanitär- und Nebenräume beschränkt.
Die Wärmeversorgung wird weiterhin über das bestehende Nahwärmenetz des Schulcampus sichergestellt. Im Zuge eines separaten Projekts plant Transplan die Erneuerung der Wärmeerzeugung sowie die Umstellung auf niedrige Systemtemperaturen in den Campusgebäuden. Innerhalb des Gebäudes erfolgt die Wärmeverteilung über ein Heizkörpersystem mit Plattenheizkörpern in Unterrichts- und Sanitärbereichen sowie Gliederheizkörpern in den Fluren, die teilweise als Sitzgelegenheit genutzt werden können. Eine zonenweise Regelung ermöglicht die Anpassung an unterschiedliche Nutzungszeiten und trägt zur betrieblichen Effizienz bei. Die berechnete Heizlast des Gebäudes liegt bei rund 94 kW.
Die Sanitärplanung umfasst eine vollständige Überarbeitung der bestehenden Installation unter Berücksichtigung aktueller hygienischer Anforderungen. Die Trinkwasserversorgung wird neu strukturiert und durch Maßnahmen zum regelmäßigen Wasseraustausch ergänzt. Die Warmwasserbereitung erfolgt dezentral über Durchlauferhitzer und wird damit auf den tatsächlichen Bedarf abgestimmt, sodass Speicherverluste vermieden werden.
Grundlage der Planung ist das Zusammenspiel aus baulicher Ertüchtigung und gezielt eingesetzter Anlagentechnik. Anstelle komplexer Systeme stehen robuste, wartungsarme Lösungen im Vordergrund. Auf diese Weise entsteht ein Gebäude, dessen technische Infrastruktur auf dauerhafte Nutzbarkeit, einfache Betriebsführung und einen ressourcenschonenden Betrieb ausgerichtet ist.